Aktuelles
Neuerscheinung
Welche neuen Fragen von Verantwortung stellen sich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI)? Ist die Menschheit der Verantwortung für die Erde, die sie im Zeitalter des ‚Anthropozän‘ mehr denn je tragen zu müssen scheint, eigentlich gewachsen? Diese und verwandte Fragen stellt der Sammelband Technisches Handeln und Verantwortung, der im Frühjahr 2025 im Verlag Springer VS erschienen ist. Die darin versammelten Beiträge gehen auf eine FHW-Ringvorlesung für Studierende aller Fakultäten zurück die PD Dr. Sebastian Böhmer und Prof. Dr. Thorsten Unger im Sommersemester 2023 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt haben.
„Dies, das, Ananas“ – Kooperationsprojekt von Theater und OvGU ist aufgeführt worden
Ein aufregendes und einzigartiges Studien-Projekt ist am 12. Juni 2025 im Schauspielhaus Magdeburg zu einem ganz besonderen Abschluss gekommen. Mit der Frage „Was beschäftigt Menschen in Magdeburg?“ sind Master-Studierende aus den Studiengängen Lehramt und Mediengermanistik im Sommer und Herbst 2024 in der Stadt unterwegs gewesen, um Interviews mit Magdeburger:innen zu führen.
Denn so sehr der öffentliche Diskurs von den immer wieder gleichen Themen gerade „verstopft“ wird, so wenig bekommen jene Themen eine Bühne, die die Menschen im Alltag, im Leben, außerhalb des medialen Kampfes um Deutungshoheit beschäftigen.
Das durch die Interviews entstandene Textmaterial wurde unter der Leitung von Dramaturgin Katrin Enders (Theater Magdeburg) und mit der Unterstützung von Prof. Kersten Roth und Kathrin Hamann (Germanistische Linguistik, OvGU) von den Studierenden zu Texten geformt. Diese wurden am 12. Juni von Mitgliedern des Schauspielensembles vor dem ausverkauften Casino des Schauspielhauses zum Leben erweckt.

Der Abend begann mit einer kurzen Gesprächsrunde, in der die Studierenden ihre Eindrücke aus dem Projekt mit dem Publikum teilten. Dann wurde die Bühne für die Schauspieler:innen geräumt. Zwei „Stimmengewitter“ rahmten den Vortrag – Kollagen von Aussagen aus jenen Interviews, die spontan mit Passant:innen auf der Straße entstanden waren. Dazwischen wurden fünf „Typen-Monologe“ performt – das Ergebnis der Textarbeit mit jenen Interviews, die mit eigens ausgewählten Personen geführt worden waren. Die Stimmung auf der Bühne wechselte rasant – von unterhaltsam zu melancholisch, von wütend zu dankbar, von verächtlich und distanziert über sorgenvoll bis hin zu anrührend und verletzlich. Für die Studierenden und diejenige, die das Projekt begleitet hatten, ein ganz besonderer Moment, als die Schauspieler:innen den Texten, an denen im Projekt monatelang gearbeitet worden war, durch ihre Performance eine völlig neue Dimension verliehen.


Zum Abschluss des Abends fanden sich alle Projektteilnehmenden auf der Bühne ein, um mit dem Publikum und dem Schauspielensemble über das eben Erlebte ins Gespräch zu gehen. Es blieb weiter abwechslungsreich: Die Debatte erstreckte sich vom Interesse an Projekthintergrund und Methodik über kritische Fragen zur Sichtbarkeit von migrantischen Stimmen bis hin zu Reflexionen der gesellschaftlichen und politischen Lage. Und immer wieder die Aufforderung: „Das kann an dieser Stelle nicht aufhören, das muss irgendwie weitergehen!“
Ob es das tun wird? Wer weiß. Der Erfolg des Abends lässt sich jedenfalls sehr treffend mit dieser Aussage aus dem Publikum zusammenfassen: „Genau das hat Magdeburg gebraucht.“
Neuer Film
Studierende und Lehrende sprechen über das Studium „Germanistik mit interdisziplinärem Profil“ an der Universität Magdeburg.
In einem von Studierenden getragenen Projekt zum "Studierendenmarketing" wurde ein Interviewfilm konzipiert und umgesetzt, der jetzt hier zu sehen ist.
Sommerschule „Sprache im Kontext“ für Lehramtsstudierende im Fach Deutsch | 01.–06. September 2025 an der FU Berlin
Sprache ist weit mehr als nur das Aneinanderreihen von Wörtern; sie entfaltet ihre volle Bedeutung erst im jeweiligen Kontext. Wer wo mit wem zu welchem Thema und mit welcher Intention kommuniziert – das wirkt sich entscheidend auf das Wie des sprachlichen Handelns aus. Die Freie Universität Berlin veranstaltet Anfang September die Sommerschule „Sprache im Kontext“ – ein Angebot für Lehramtsstudierende aller Schularten und Studienphasen im Fach Deutsch.
Als Teilnehmer:in können Sie aus insgesamt 10 Kursthemen wählen. Im Rahmen der Sommerschulkurse werden Sie sich mit Studierenden und Lehrenden aus ganz Deutschland vernetzen. Sie werden dabei gemeinsam zentrale linguistische Gegenstände erarbeiten und diskutieren. Auf diese Weise erhalten Sie Einblicke in die aktuelle linguistische Forschung, die Dynamiken des Spracherwerbs und vor allem die Gestaltung von fachwissenschaftlich fundierten Lehr-/Lerngelegenheiten. Das Rahmenprogramm bietet Ihnen weitere spannende Themen und die Möglichkeit, Berlin zu erkunden.
Wir empfehlen interessierten Lehramtsstudierenden die Teilnahme nachdrücklich. Weitere Informationen und die Möglichkeit zu Anmeldung finde Sie hier
EU GREEN advances language learning innovation
Im Rahmen des europäischen Lehr- und Forschungsprojektes SLS4Teens arbeitet die Professur für Fachdidaktik Deutsch mit Kolleg*innen der EUGREEN-Allianz aus Parma, Angers und Mérida und der Universität in Nantes zusammen. In der letzten Woche fand ein Workshop mit rund 25 Lehrkräften aus allen beteiligten Ländern in Mérida statt, bei dem die Fremdsprachenlehrkräfte innovative Methoden zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz ihrer Lernenden kennenlernten und ausprobierten. Aus Sachsen-Anhalt nahmen vier Lehrkräfte teil.
Weitere Informationen dazu sind verfügbar unter https://eugreenalliance.eu/eu-green-advances-language-learning-innovation-with-sls4teens-workshops-at-the-university-of-extremadura/
Neuerscheinung: „Praktiken des Plausibilisierens. Untersuchungen zum Argumentieren in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten“ (Open Access)
Wie plausibilisieren Interpret:innen ihre Aussagen über literarische Texte? So lautete die Leitfrage eines DFG-geförderten Forschungsprojekts, das sich mit der Argumentationspraxis in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten befasste und dessen Ergebnisse in der vorliegenden Monografie präsentiert werden. Ziel des Buches ist es, Plausibilisierungsstrategien umfassend zu rekonstruieren, zu beschreiben und Erklärungsperspektiven zu entwickeln.
Dieses Ziel lässt sich nur disziplinübergreifend und in der Verbindung von qualitativen und quantitativen Analysen erreichen. Zu diesem Zweck werden u.a. aktuelle praxeologische, argumentationsanalytische und linguistische Ansätze einbezogen. Auf deren Basis wird ein Analyseverfahren entwickelt und mit seiner Hilfe ein Korpus von Interpretationen aus den Jahren 1995 bis 2015 ausgewertet. Die Ergebnisse stellen zum ersten Mal breite und systematisch gewonnene Einsichten in fachliche Plausibilisierungsstrategien zur Verfügung. Damit wendet sich die Monografie an Literaturwissenschaftler:innen, die sich für die Praxis ihres Faches interessieren, sowie an Vertreter:innen anderer Disziplinen, die sich mit dem Argumentieren befassen. Das Buch ist sowohl im Druck als auch digital (Open Access) erschienen und kann hier kostenfrei heruntergeladen werden: https://doi.org/10.17875/gup2024-2639
Simone Winko/Stefan Descher/Urania Milevski/Merten Kröncke/Fabian Finkendey/Loreen Dalski/Julia Wagner: Praktiken des Plausibilisierens. Untersuchungen zum Argumentieren in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten. Göttingen 2024.