Aktuelles
EU GREEN advances language learning innovation
Im Rahmen des europäischen Lehr- und Forschungsprojektes SLS4Teens arbeitet die Professur für Fachdidaktik Deutsch mit Kolleg*innen der EUGREEN-Allianz aus Parma, Angers und Mérida und der Universität in Nantes zusammen. In der letzten Woche fand ein Workshop mit rund 25 Lehrkräften aus allen beteiligten Ländern in Mérida statt, bei dem die Fremdsprachenlehrkräfte innovative Methoden zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz ihrer Lernenden kennenlernten und ausprobierten. Aus Sachsen-Anhalt nahmen vier Lehrkräfte teil.
Weitere Informationen dazu sind verfügbar unter https://eugreenalliance.eu/eu-green-advances-language-learning-innovation-with-sls4teens-workshops-at-the-university-of-extremadura/
Neuerscheinung: „Praktiken des Plausibilisierens. Untersuchungen zum Argumentieren in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten“ (Open Access)
Wie plausibilisieren Interpret:innen ihre Aussagen über literarische Texte? So lautete die Leitfrage eines DFG-geförderten Forschungsprojekts, das sich mit der Argumentationspraxis in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten befasste und dessen Ergebnisse in der vorliegenden Monografie präsentiert werden. Ziel des Buches ist es, Plausibilisierungsstrategien umfassend zu rekonstruieren, zu beschreiben und Erklärungsperspektiven zu entwickeln.
Dieses Ziel lässt sich nur disziplinübergreifend und in der Verbindung von qualitativen und quantitativen Analysen erreichen. Zu diesem Zweck werden u.a. aktuelle praxeologische, argumentationsanalytische und linguistische Ansätze einbezogen. Auf deren Basis wird ein Analyseverfahren entwickelt und mit seiner Hilfe ein Korpus von Interpretationen aus den Jahren 1995 bis 2015 ausgewertet. Die Ergebnisse stellen zum ersten Mal breite und systematisch gewonnene Einsichten in fachliche Plausibilisierungsstrategien zur Verfügung. Damit wendet sich die Monografie an Literaturwissenschaftler:innen, die sich für die Praxis ihres Faches interessieren, sowie an Vertreter:innen anderer Disziplinen, die sich mit dem Argumentieren befassen. Das Buch ist sowohl im Druck als auch digital (Open Access) erschienen und kann hier kostenfrei heruntergeladen werden: https://doi.org/10.17875/gup2024-2639
Simone Winko/Stefan Descher/Urania Milevski/Merten Kröncke/Fabian Finkendey/Loreen Dalski/Julia Wagner: Praktiken des Plausibilisierens. Untersuchungen zum Argumentieren in literaturwissenschaftlichen Interpretationstexten. Göttingen 2024.
Internationale Sommerschule in Katowice
Seit ein paar Jahren bestehen Erasmus-Kooperationen mit den Universitäten Katowice (Polen) und Brünn (Tschechien).
Im Sommersemester 2025 findet nun die erste gemeinsame internationale Sommerschule für Germanistikstudierende in Katowice zum Thema „Theaterinszenierungen als Bestandteil im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht” statt. Aus Magdeburg dürfen 10 Studierende hieran teilnehmen.
Interessierte Studierende reichen bitte folgende Unterlagen bis zum 16.12.2024 ein:
- Nachweis über mindestens B1-Sprachniveau
- Motivationsschreiben
- Lebenslauf
- Notenübersicht
Weitere Informationen finden Sie hier.
Ehrung, Abschied und Dank für Ursula Föllner und Saskia Luther
Mit dem Ende des Sommersemesters 2024 hat für Ursula Föllner und Saskia Luther, beide seit über drei Jahrzehnten als Wissenschaftlerinnen und Dozentinnen in der Magdeburger Germanistik tätig, ihre Dienstzeit an der OvGU geendet. Das ganz besondere Verdienst beider besteht im Aufbau und der Leitung der „Arbeitsstelle Niederdeutsch“, einer in dieser Form einzigartigen Forschungs- und Beratungseinrichtung zur wissenschaftlichen Beschreibung und Pflege des Niederdeutschen. Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Sprachpflege und Kulturpolitik ist die Institution, die gemeinsam von OvGU und Landesheimatbund Sachsen-Anhalt getragen wird, für den Lehrstuhl Germanistische Linguistik, die Universität und schließlich auch das Land Sachsen-Anhalt selbst unverzichtbar geworden – nicht zuletzt zur Erfüllung der von ihm eingegangenen Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen.
Das Team Germanistische Linguistik hat Ursula Föllner und Saskia Luther am 9. Juli mit einer kleinen Feststunde im Senatssaal überrascht, an der neben zahlreichen Weggefährtinnen und -gefährten und gegenwärtigen Kolleginnen und Kollegen von innerhalb und außerhalb der Universität auch eine überaus illustre Reihe von Grußrednerinnen und -rednern für Ihre Institutionen die besonderen Leistungen der beiden Kolleginnen gewürdigt haben: Frau Wiedemeyer sprach für die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Rektor Prof. Dr. Strackeljan für die Universität Magdeburg, Dekan Prof. Dr. Frank Bünning für die FHW und Herr Pallatini für den Landesheimatbund.
Schließlich überreichten Prof. Kersten Sven Roth, als Inhaber der Professur für Germanistische Linguistik auch künftig verantwortlich für den Bereich Niederdeutsch an der OvGU, gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Arbeitsstelle, Alicia Gauter und Christian Sadel, eine von ihnen zu Ehren von Ursula Föllner und Saskia Luther herausgegebene Festschrift, zu der zahlreiche renommierte Fachkolleginnen und -kollegen Beiträge geliefert haben (siehe dazu „Publikationen“ in diesem Newsletter).
Der Bereich Germanistik dankt Ursula Föllner und Saskia Luther für ihre großartige Arbeit nicht zuletzt als bei den Studierenden sehr geschätzte Dozentinnen und wünscht alles Gute für den Ruhestand!
Neuerscheinung: Tagungsband "Bertolt Brecht und Ernst Toller"
Vom 20.-22. Juli 2022 fand die internationale Konferenz "Bertolt Brecht und Ernst Toller" an der Uni Magdeburg statt, ausgerichtet in der Neueren deutschen Literatur durch Dr. Lydia Mühlbach, Dr. Kirsten Reimers und Prof. Dr. Thorsten Unger, gefördert von der DFG, unterstützt von den SWM. Nun liegt der Tagungsband vor. Dieser nimmt mit Brecht und Toller zwei der wichtigsten Dramenautoren der Weimarer Republik in vergleichender Perspektive in den Blick.
Politisch gab es zu Lebzeiten zahlreiche Berührungspunkte zwischen beiden, ebenso finden sich hinsichtlich ihres ästhetisch avancierten Anspruchs mit experimentellen Impulsen keineswegs nur im Feld von Theater und Drama Überschneidungen. Dennoch lassen sich kaum Belege eines intensiveren Austauschs der Autoren finden.
Ein Blick in die Forschung erweckt den Eindruck, hier setze sich dieses Schweigen fort. Dieser Band unternimmt es zum ersten Mal, die beiden Autoren und ihre Œuvres zu vergleichen. Der Schwerpunkt liegt auf den Dramen und der Dramenästhetik, aber auch Lyrik, Rundfunk, Frauenbilder, kollaboratives Arbeiten und Kanonfragen sind Themen der 20 Beiträge.
Weitere Informationen zum Band und zur Tagung finden Sie hier.
Kirsten Reimers, Lydia Mühlbach, Thorsten Unger (Hrsg.): Bertolt Brecht und Ernst Toller. Berlin u.a.: Metzler 2024
Radio-Essay von Janett Haid: Victor Klemperers LTI – Ist ‘Nie wieder!’ wirklich jetzt?
Der Bereich Germanistik freut sich, auf den bedeutenden Beitrag unserer Mitarbeiterin der germanistischen Linguistik, Frau Dr. Janett Haid, aufmerksam zu machen. Im Deutschlandfunk hat sie einen 30-minütigen Radio-Essay zum Thema “Victor Klemperers LTI: Ist ‘Nie wieder!’ wirklich jetzt?” gesendet. In diesem Essay setzt sich Haid intensiv mit Victor Klemperers Werk “LTI – Lingua Tertii Imperii” auseinander, das die Sprache des Nationalsozialismus analysiert und deren manipulative Kraft aufzeigt.
Klemperers Studien sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch hochaktuell. Haid untersucht, ob das Versprechen “Nie wieder!” in unserer heutigen Gesellschaft wirklich eingelöst wird und welche Rolle die Sprachkritik dabei spielt. Sie betont die Wichtigkeit, die Sprache als Instrument der Macht zu erkennen und kritisch zu hinterfragen, um demokratische Werte zu schützen.
Der Essay ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte über Sprache und Politik und unterstreicht die Relevanz von Klemperers Erkenntnissen für unsere Zeit. Wir laden alle Interessierten ein, sich den Beitrag anzuhören und mehr über die Verbindung von Sprache, Macht und Demokratie zu erfahren.
Mehr dazu findet ihr hier.